Von 2006 bis 2010 war Stephan in Kuwait. Dort lernte er eine internationale Gruppe von Seglern kennen, mit denen er am Wochenende im Arabischen Golf segelte und so zum Segeln kam. Nela, die weiterhin in Esslingen wohnte, gefiel das Segeln auch sehr gut, als sie Stephan besuchte. In Stephan wuchs ein neuer Gedanke: Wie wäre es, wenn wir uns ein Boot zulegten, um damit die Welt zu sehen, nachdem wir diese zwar schon beide gerne bereist haben, aber natürlich noch nicht per Boot.
Stephans Einsatz in Kuwait ging dem Ende zu, im Urlaub machten wir unseren Sportbootführerschein See und mieteten uns auf einem Segelboot einmal ein, um zu sehen, ob das wirklich was für uns ist. Uns gefiel es sehr gut und Stephan sichtete die Segelbootbörsen der Welt von Kuwait aus, bis ihm ein kleines, feines selbstgebautes Boot ins Auge stach. Ab da gab es kein Halten mehr. Die E-Mails mit dem Schweizer Eigner flogen hin und her, der das Boot gerne in Neuseeland verkauft hätte. Nun, dahin hätten wir zwar fliegen, aber das Boot nicht übernehmen können. Gerne wollten wir das Boot aber besehen und so machten wir einen Termin in Indonesien auf der Insel Flores aus. Im August 2009 flogen wir dorthin und pünktlich um 12 Uhr kam die Chenoa damals in die Bucht, an der wir uns verabredet hatten. Was für ein schöner Moment. Die Familie war uns sofort sympathisch und für Stephan war klar, nachdem wir dann noch ein paar Tage miteinander gesegelt waren , dies ist genau das Boot, was wir wollten. Nur musste es in nähere Gefilde gebracht werden, denn wir konnten uns zu diesem Zeitpunkt keine Auszeit von der Arbeit für ein halbes Jahr nehmen.
Wir vereinbarten, dass die Familie mit dem Boot ins Mittelmeer segelt und wir dies dann übernehmen. Gesagt, getan und rund ein halbes Jahr später konnten wir im Mai 2010 die Chenoa in der Türkei in Empfang nehmen. Die Familie Wittwer kam wohlerhalten durch den Suez-Kanal an. Seit dieser Zeit fliegen Stephan und Nela zwei- bis dreimal jährlich auf unser Schiff nach Kusadasi. Wir lernten unser Boot kennen, sowohl segeltechnisch als auch in der ganzen Technik. Viele Teile wurden erneuert, da sie nach der 3 ½-jährigen ersten Weltumsegelung abgenutzt waren. So erhielten wir auch einen neuen Yanmar-Motor, eine Selbststeuerwindanlage, neue Solarpanels, drei richtig gute Anker, eine neue Edelstahlankerkette von 80 Metern und vieles mehr.
Wir waren in jedem Urlaub auch segeln und probierten alles an Bord aus. Vor allem die Dodekanes, die vor Kusadasi in den Süden hin liegen, haben es uns angetan. Die Inseln Samos, Agathonissi, Arki, Lipsi, Kalymnos sind uns inzwischen vertraut, auch in der Türkei kennen wir schon den Golf von Gökova, der sich ab Bodrum erstreckt.
So fing unser Projekt an. Nach nun fast 4-jähriger Planung – am Boot aber auch in unserem Berufsleben – können wir das Projekt bald in die Tat umsetzen. Es fehlen nur noch einige Monate dazu.








