Heute Morgen sagt Bernhard, dass es ihm ein wenig besser ginge. Der Druck in der Beule hat etwas nachgelassen und es fließt jetzt mehr Eiter als Blut aus der Wunde. Nichts desto trotz haben wir mal unseren Kurs etwas korrigiert und halten auf Salvador, auf das brasilianische Festland zu. Auf Fernando de Noronha gibt es in dem einzigen kleinen Dorf der Insel sicherlich keinen Arzt, den man zu dem Thema konsultieren könnte. Also haben wir unser Bergfest noch mal nach hinten geschoben. Nach Salvador sind es nun noch ca. 1200 Seemeilen. Wenn sich Bernhards Bein in ein paar Tagen gebessert hat, können wir immer noch nach Fernando de Noronha abbiegen.
Gestern war ein heftiger Tag. Ich hatte gestern ja schon von dem nächtlichen Regen geschrieben. In dieser Zeit haben wir die Intertropische Konvergenzzone passiert. In der kurzen windarmen und regenlosen Zeit habe ich einen Kaffee gekocht. Das war dann mein einziges Getränk bis zu unserem verspäteten Frühstück um 18:00 Uhr. Bernhard hatte wenigstens ein paar Kekse zwischendurch. Aber da war ich eisern und wollte erst frühstücken, wenn ein wenig Ruhe dafür ist.
Als ich das Funkgerät anmachte, um die anstehenden Emails abzuschicken bzw. zu empfangen, sah ich, dass die Batteriespannung schon auf 11,5 Volt abgesunken war. Nun war es wirklich an der Zeit, den Motor zu starten, um die Batterien zu laden. Eigentlich ziere ich mich immer ein wenig, wenn es um den Motor geht. Ich würde ihn am liebsten nie benutzen. Ich habe schließlich ein Segelboot und möchte allein mit Segeln auskommen.
Um die hohe Ladespannung auszuntzen, schaltete ich auch gleiche noch den Wassermacher ein und ich schloss den kleinen elektrischen Autopiloten an, da der Ruderdruck auch recht schwach war. Wenn dann ein zuverlässiger Autopilot seinen Dienst tut, ist das Leben an Bord gleich doppelt so leicht. Ich barg dann den Genaker, um in dem grauen, regnerischen Wetter keinen starken Wind in das Segel zu bekommen. Als die Fock gesetzt war, schlug sie nur wie blöd hin und her. Mist! Wieder die Fock runter und den Genaker hoch. Prompt wurde der Wind wieder stärker.
Und so geht das Wetter weiter. Der Wind ist unregelmäßig und böig. Aber er ist ein wenig kräftiger geworden. Jetzt fahren wir auch schon mal 5 Knoten, was die letzten Tage kaum der Fall war.
Aber die Böen legen Chenoa auch schon mal auf die Backe und haben prompt den gerade gemachten Kaffee wieder ausgeschüttet. Der kardanisch aufgehängte Herd ist am Anschlag, und man bekommt den Kaffee selbst mit Trichter nicht vollständig vom Topf in die Kaffeekanne.
Meine Lieblingstasse ist leider auch schon zu Bruch gegangen. So langsam ist das ganze schöne Geschirr beim Teufel und wir müssen bald auch beim Trinken auf Bruchfestes umstellen. Die Teller sind ja schon alle aus Kunststoff.
Morgen hoffentlich wieder mehr, und hoffentlich weiterhin verbesserte Gesundheitsberichte von Bernhard.
Ganz herzlich grüßt der Stephan und Bernhard.
unsere Position:
02° 41 Nord und 025° 54 West um 10:30 UTC