Was ist passiert in den Jahren zwischen dem Verkauf unserer CHENOA 2017 und 2026?
Wir sind wieder ins Landleben eingetaucht. Ich (Stephan) musste nicht mehr arbeiten, aber Cornelia war noch nicht im Rentenalter und musste noch ran.
Nachdem sie in Cartagena von Bord gegangen ist, hatte sie sich nochmals ins Arbeitsleben gestürzt.
Und als ich dann so zu Hause saß und Cornelia bei der Arbeit war, brach in mir wieder die Sehnsucht nach dem Meer auf. Ich konnte Cornelia überzeugen, dass wir unbedingt wieder ein Schiffchen bräuchten, und bald war unsere zweite CHENOA gefunden. Ein 34 Fuß langes Segelboot Marke Slotta. Slotta kennt kaum ein Mensch. Es war eine kleine Werft in Polen, die nur wenige Schiffe gebaut hat. Da der Erbauer sehr viel Wert auf hohe Qualität gelegt hat und keinen angemessenen Preis für seine Schiffe bekommen konnte, musste er bald in Konkurs gehen. Das Schiff war meiner Meinung nach nicht schlechter als eine Sirius, aber sehr viel preiswerter. Jetzt weiß ich, dass es ein Fehler war, sie zu verkaufen, aber damals dachte ich, dass uns unser Haus in Bayern vollkommen ausfüllen würde und das Meer zu weit von unserem neuen Zuhause weg wäre. So verkauften wir unser lieb gewonnenes Schiffchen 2021 Jahren schweren Herzens und schlossen zum zweiten Mal mit der Segelei ab.
Als dann auch Cornelia in den vorzeitigen Ruhestand gehen konnte, sind wir nach Bayern gezogen. Dort hatten wir ein Haus, was noch von meinem Ex-Schwiegervater bewohnt war. In dieses Haus zogen wir und richteten unser Haus und großen Garten nach unserem Geschmack ein. Es wurden einige Obstbäume und Sträucher gepflanzt, Gemüsebeete, eine Kräuterspirale und zwei Hochbeete angelegt. Ein Gewächshaus und ein Blockhäuschen wurden gebaut und wir fühlten uns pudelwohl in unserer neuen Heimat in Niederbayern. Sehr zum Wohlfühlen trugen auch neue Freundschaften und Vereinsmitgliedschaften bei.
So nahm Cornelia wieder Kontakt zu den Grünen auf und engagierte sich dort, ebenso beim ASAM-Verein, der Menschen in Not hilft. Auch machte sie wieder intensiv Yoga.
Ich fing mit der Hobbyimkerei und mit dem Segelfliegen an.
So ging alles seinen Weg und ich hatte das Gefühl, dass wir uns so langsam darauf vorbereiten, unsere Löffel abzugeben.
Dann hörten wir von der Frau des Erbauers unserer ersten CHENOA, dass ihr Mann an einem plötzlichen Herztod gestorben war, und unser Entschluss stand fest: Live your dreams! Wir wollten wieder segeln. Ich hatte ja schon seit über einem Jahr in den verschiedenen Bootsbörsen gestöbert und nach einer Slotta gesucht. Aber wer einmal eine Slotta hat, gibt sie nicht wieder her. (Wenn er nicht blöd ist 😉 Aber es gibt ja auch noch andere schöne Schiffe. Und so machten wir ein paar Besichtigungen. Nach ein paar Fehlversuchen stießen wir auf DOROTHEA, eine Nauticat 321. Mit 32 Fuß Länge ist sie nun unser kleinstes Schiffchen. Und wenn sie auch dies Jahr schon volljährig geworden ist, sieht sie doch aus, wie neu. Sie wurde liebevoll von Johannes, dem Vorbesitzer gepflegt und wir empfanden es als großes Glück, das er sie uns verkauft hat.
Beim Verkaufsgespräch sagte uns Johannes, dass er DOROTHEA nach seiner Mutter genannt hat, die auch Dorothea hieß. Ich sagte darauf, dass auch meine Mutter Dorothea hieß und dass wir den Namen beibehalten wollten, worauf wir beide etwas feuchte Augen bekamen. Wir beide schätzten unsere Mutter sehr.
Nun haben wir unsere Dorothea in Grömitz liegen und Mitte September werden wir unser neues Schiff beziehen. Im Kopf geht es schon rund, was wir alles brauchen, wohin wir segeln wollen und freuen uns schon riesig darauf, im Herbst noch ein bisschen durch die Ostsee zu segeln.




