Das Schlagen der Segel… … könnte dieser Film heißen. Mal sehen, ob ich Robert Redford für die Hauptrolle gewinnen kann. Das Manuskript ist eigentlich fertig. Wer kein Frustmail lesen mag, bitte nicht weiterlesen. Vielleicht wird’s morgen ja besser.Ich will euch mal meinen heutigen Tag schildern: Angefangen hat er ja eigentlich schon gestern Abend, als mal wieder der Wind einschlief. Da hab ich mich dann auch schlafen gelegt, natürlich erst, nachdem ich die Segel geborgen hatte.
Aufgeweckt wurde ich ein paar Stunden später von einem Blitzgewitter. Viele Blitze, kein Donner. Ich guckte mir meinen Windgenerator an, deren Flügel stehen zu schienen. Die Blitze gaben so etwas wie eine Stroboskoplampe ab. Aber der Wind war sehr kräftig, und so wollte ich keine Segel setzen. Ich wartete noch auf den Platzregen, aber der blieb aus.
Also wieder zurück in die Kiste und versucht, noch ein wenig zu schlafen.
Im Morgengrauen war dann das Gewitter durch, und es wehte ein leichter Wind. Also Segel setzen. Dann einen Pott Kaffee kochen und Pfannenbrot backen. Hab ich länger nicht mehr gehabt, schmeckt sehr lecker. Aber Kochen am Morgen bei starken Schiffsbewegungen ist kein Vergnügen. Es dauerte nicht lange, da schlief der Wind wieder ein.
Segel runter. Es dauerte nicht lange, da drehte sich der Windgenerator, mein Indikator, dass der Wind jetzt stark genug zum Segeln ist, wieder. Ich dachte schon an Verarsche, aber hier gibt’s bestimmt keine versteckte Kamera, also wieder Segel setzen. Als das Groß gesetzt war, gucke ich hinter mich. Der Windgenerator steht wieder. Ich bleibe ca. ne ¼ Stunde neben dem Mast sitzen und überlege mir, womit ich das verdient hätte. Der Wind blieb weg, also Großsegel wieder runter.
Mittag gemacht. Während ich so im Cockpit sitze und mein Pfannenbrot mit 2 Spiegeleiern, der letzten Wurst und dem letzten Käse esse, geht der Windgenerator wieder los. Nee, sag ich mir, jetzt nicht. Aber nach einer halben Stunde lief der Windgenerator noch immer. Also wieder Segel setzen. Kaum das ich auf Kurs bin, schläft der Wind wieder ein. Und nun hab ich die Nase voll. Ich lasse die Segel schlagen und geh in die Koje. Versuche die Geräusche zu überhören. Ich muss mich doch einfach hart machen. Aber das ist hart, kann ich euch sagen. Und so schlagen die Segel jetzt seit ca. 3 Stunden, und ich versuche, sie zu ignorieren.
So, und jetzt lade ich mir die neuesten Grib Files per Funk herunter (Wetterbericht, bzw. Windpfeile in meiner Region). Ich weiß zwar, dass sie sowieso lügen und ich das Wetter sowieso so nehmen muss, wie es kommt, aber trotzdem!
Morgen hoffentlich wieder mit besseren Nachrichten.
Noch 270 Seemeilen bis Angra dos Reis.
Ganz frustlich grüßt der Stephan
Meine Position um 17:00 UTC
22° 02 Süd und 040° 33 West