Wenn der gestrige Abend nicht gewesen wäre, wüsste ich gar nicht mehr, dass Chenoa auch 7 Knoten kann. Aber leider hat sie mir das nicht allzu lange zeigen können.Heute schon wieder 3 Mal Groß hoch, Groß runter, Genua ausgerollt, Fock gesetzt… alles probiert und doch kaum ne Meile voran gekommen. Aber morgen soll es ja wieder besser werden… wir werden sehen.
Ich verabschiede mich mit diesem Shorty…
Meine Position um 18:030 UTC
20° 11 Süd und 039° 26 West
Und auf der anderen Seite des Atlantiks? Da werden schon die Koffer gepackt. Ob ich auch was zum Anziehen mitnehmen kann, ist fraglich, denn Wasserfilter, eine VDO-Windanzeige, Windfahne, neue Rotorblätter (zur Vorsorge, denn die neuen aus den Kapverden sind ja etwas angeknackst), Lakritze (das ist eine Überraschung, aber Stephan kann ja sowieso im Moment nicht Internet lesen), ein neues weißes T-Shirt und eine neue kurze Hose, sowie ein Päckchen für Robert und Iris, Stephans Bootsnachbarn in Salvador, brauchen eben Platz. Aber einen Bikini und Flip-Flops gibt es auch in Brasilien zu kaufen und einige Sachen habe ich ja noch auf der Chenoa.
Am Sonntagabend geht es dann Richtung Frankfurt und dann in 14 Stunden nach Rio, wo ich morgens um 5 Uhr ankomme. Wie ich nach Angra dos Reis komme, habe ich von Klaus, dem Transocean-Stützpunktleiter (Verein der Hochseesegler) schon erfahren. Es ist schön für uns Segler, dass es auf der Welt Kontakte gibt, an die sich die Segler (und die anreisenden Ehefrauen) wenden können. Dafür Dank an den Verein Transocean und der neuen Internetseite, auf der man all diese Stützpunkte finden kann.
Klaus hat eine Pousada (Pension) in der Bucht bei Angra dos Reis (ca. 60 km nördlich von Rio) und daneben befindet sich eine Marina. Vom Flughafen müsste ich ca. in 4 bis 5 Stunden dort sein, ein Bus fährt stündlich dorthin und benötigt ca. 2 Stunden. Für diesen ersten Anlaufpunkt bin ich sehr froh, denn selbst wenn Stephan noch nicht da ist, habe ich einen guten Platz und kann sogar gleich sehen, wenn sich die Chenoa der Bucht nähert. Aber vielleicht ist Stephan auch schon da und wienert das Boot für mich! Wer weiß. Es bleibt also spannend, bis wir uns wiedersehen – nach 7 Monaten. Einerseits war es eine lange Zeit, aber es ist so viel passiert, dass ich oftmals nicht zum Nachdenken kam. Ich freue mich sehr, Stephan wieder zu sehen, weiß aber definitiv, dass ich mit ihm nicht weitersegeln kann. Nicht nur, weil ich eine Arbeit zu Hause habe, sondern weil das Langfahrtsegeln einfach nichts für mich ist. Ich fühle mich auf dem Festland einfach wohler und sicherer als auf See. Die Fahrt durch das Mittelmeer haben mir gezeigt, dass ich mich hier nicht verbiegen kann.
Es grüßt euch ganz herzlich
Nela