Von Salvador nach Rio – Tag 4

Gerade bin ich in einem Abstand von ca. einer Seemeile (hab zur genauen Bestimmung mein Radar nicht mehr an) einem Segelboot begegnet. Ich habe ihn auf Kanal 16 auf Englisch angerufen. Er hat aber erst geantwortet, als ich den Anruf auf Spanisch wiederholt habe. Wir haben uns dann ein wenig auf Spanisch unterhalten. Er ist Brasilianer auf dem Weg nach Salvador und überführt Schiffe für eine spanische Firma. Daher auch seine für Brasilien unüblichen Spanischkenntnisse. Er fand mein Schiff übrigens bonissimo (sehr hübsch)! Ich hoffe, Hansjörg, der Erbauer von Chenoa, liest das 🙂

Und wie ging es sonst so?
Die Nacht war ausgesprochen super. Ich konnte gut schlafen, musste nur selten mal zur Kontrolle an Deck. Die Nachtfahrt hat eine schöne gerade Linie in meinen Kartenplotter genau parallel zur Kurslinie gezeichnet. Besser geht nicht.

Daraufhin habe ich heute morgen gleich die Genua gesetzt. Aber das hätte ich mir auch sparen können. So habe ich wenigstens ausprobiert, ob die neue Rollanlage funktioniert. Sie funktioniert sehr gut. Aber der Wind, der Wind (Thema Nr. 1)… Es ist hier recht oft stark bewölkt und dann auch wieder sonnig. Dann regnet es mal kurz, dann ist der Wind mal für ’ne Stunde wie abgeschnitten… und die Segel schlagen. Das ist eine Situation, die ich wie die Pest hasse. Ich berge also die Segel und lasse mich wieder schaukeln…

Dann habe ich noch eine erweiterte Morgentoilette gemacht. Erweitert um Schädel rasieren. Kahlkopp ist einfach die praktischste, wenn auch nicht schönste Frisur.

Mittlerweile fahre ich wieder unter Groß und Fock meine 1 bis 2 Knoten, hinterlasse eine fürchterlich aussehende gezackte Linie im Plotter und genieße den Nachgeschmack meines leckeren Mittagessens. Es gab Kochbanane. Die Bananen kann man grün kaufen, dann sind sie sehr hart, und man kocht sie, wie Kartoffeln. Ich lasse sie weiter reifen, bis sie fast vollständig dunkelbraun sind. Dann sind sie schön weich und süß. Genau richtig, um sie in der Pfanne zu braten. Ich habe mir drei Hälften mit einer scharfen Tomatensoße mit Oliven, Knoblauch und frischen Chilis gemacht. Die vierte Hälfte gab´s mit dunklem Schokoladenaufstrich. Seeehr lecker!
Mehr hab ich nicht auf der Pfanne 🙂

Bis morgen denn…
Übrigens: noch ca. 130 Seemeilen bis zu den Abrolhos 🙂
Von dem Stephan

Meine Position um 16:00 UTC
15° 48 Süd und 038° 39 West

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